Möglichkeiten für einen würdevollen Verbleib nach dem Tod

Wenn der Tag des Abschieds von dem geliebten Haustier gekommen ist, sind neben all der Trauer, die es zu bewältigen gibt, leider auch ganz pragmatische Entscheidungen zu treffen. Im besten Fall hat Mensch die Entscheidung darüber, was mit dem toten Körper seines Tieres geschehen soll, zu fröhlicheren Zeiten und mit einem klaren Kopf getroffen. Denn dann steht bereits fest, ob ein Abschied und der Verbleib zu Hause im heimischen Garten möglich sind oder das verstorbene Tier vom Haustierarzt, der Klinik oder von einem Bestatter übernommen wird. Möglichkeiten gibt es heute viele. Welche für den Menschen als die würdevollste gilt, ist, wie alles bei diesem traurigen Thema, eine sehr persönliche Entscheidung.

Ein Grab auf dem Tierfriedhof

Für manche Menschen ist es wichtig, einen Ort der Stille zu haben, an dem ihr Tier begraben liegt und wo sie es über den Tod hinaus regelmäßig besuchen können. Nur so können sie mit der Trauer über den Verlust fertig werden. Bereits in vielen Städten gibt es heute deshalb Tierfriedhöfe. Die Auswahl des für den Einzelnen richtigen Tierfriedhofes wird am besten durch einen Vorabbesuch und eine entsprechende Besichtigung entschieden. Dazu kann man unverbindliche Besuchertermine mit den Betreibern der Tierfriedhöfe vereinbaren.

“Als es auch für mich zur Qual wurde, wusste ich, dass ich loslassen musste.” Astrid Krauß, diehundemesse.de

Zugleich können so umfassende Informationen zum Ablauf der Beisetzung etc. eingeholt werden. Grundsätzlich hat der Tierbesitzer die Wahl zwischen einer Anonymen- und einer Einzelbeisetzung. Die Gräber können je nach Größe des Tieres zwischen 2 und 5 Jahren dort verbleiben. Eine Verlängerung ist jederzeit möglich.

Die Feuerbestattung

Bei der Einäscherung (Kremierung) des Tierkörpers in einem speziellen Krematorium wird zwischen der Sammel- und der Einzelkremierung unterschieden. Bei der Sammelkremierung werden mehrere Haustiere gemeinsam kremiert. Die Asche wird meist auf dem Gelände des jeweiligen Krematoriums verstreut. Bei der Einzelkremierung erhält der Besitzer die Asche ausschließlich seines Tieres in einer Urne, die er zuvor nach seinem persönlichen Geschmack ausgewählt hat, wieder zurück. Im Gegensatz zur menschlichen Asche ist es gesetzlich erlaubt, diese zu Hause aufzubewahren. Ob sie dann an dem einstigen Lieblingsplatz des Tieres in der Wohnung oder im Garten ihren Platz findet, bleibt jedem selbst überlassen.

Der Tierbestatter

Bei der Beerdigung auf dem Friedhof und der Kremierung nimmt der ausgewählte Tierbestatter Abläufe und Formalitäten in die Hand. In einem Vorgespräch sollte er sich Zeit nehmen und dem trauernden Tierbesitzer einfühlsam bei der Wahl eines würdevollen Abschieds zur Seite stehen.

Beitrag: Monika Ludwig, My Friend Tierbestattung, Mönchengladbach myfriend-tierbestattung.de

Wenn das Tier beim Haustierarzt bleibt

Muss ein Tier eingeschläfert werden, sollte man für die schmerzlose Erlösung am besten einen Termin vereinbaren, der außerhalb des alltäglichen und oft hektischen Praxisbetriebes liegt. So kann sich der Tierbesitzer in Ruhe von seinem Vierbeiner verabschieden, und das Tier kann in Würde von seinen Leiden erlöst werden. Viele Tierbesitzer wünschen ein stressfreies Einschläfern in der für den Hund gewohnten Umgebung, also zu Hause. Das wird vorher mit dem Haustierarzt abgesprochen. Je nachdem, ob das Tier aufgeregt ist, gibt der Tierarzt zuvor ein beruhigendes Medikament. Ist das Tier entspannt, erhält es intravenös eine Spritze, die zum schmerzfreien Tod führt. Die Sorge der Besitzer, das Tier würde während dieses Prozesses leiden, ist unbegründet.

Die Rolle des Tierarztes
Für den Besitzer ist diese schmerzliche Phase des „sich Verabschiedens“ eine erhebliche psychische Belastung. Hier ist ein einfühlsamer Tierarzt wichtig, der sensibel mit dem Thema umgeht. Insbesondere bei der Frage, wann der richtige Zeitpunkt zum Erlösen des Tieres gekommen ist. Der Tierarzt steht als Mediziner und Mensch zugleich dem Besitzer beratend zur Seite. Idealerweise hat der Tierarzt den Patienten über Jahre vertrauensvoll begleitet und kennt ihn und sein Krankheitsbild. Er kann die Situation, in welcher sich das Tier befindet, entsprechend gut einschätzen und eine professionelle und ehrliche Beurteilung über Gesundheitszustand und Lebensqualität des Patienten abgeben.

“Die meisten Tiere werden zu früh eingeschläfert.” Marco Lenzen, Lesia Tierklinik

Was bedeutet Euthanasie?
In der Tiermedizin bezeichnet man als Euthanasie die schmerzlose Tötung eines Tieres. Es geht darum, das Tier von seinem Leiden zu erlösen.

Nach dem Tod
Möchte der Besitzer sein Tier im eigenen Garten begraben, ist das in Deutschland möglich, sofern das Grundstück nicht in einem Wasserschutzgebiet liegt. Das ausgehobene Loch sollte 80 cm tief sein, und ein Mindestabstand von 3 Metern zum Nachbargrundstück muss eingehalten werden.
Alternativ nimmt sich der Tierarzt des toten Tieres an und kümmert sich darum, dass es in eine sogenannte Tierkörperbeseitigungsanlage gebracht wird. Des Weiteren kann über den Tierarzt eine Firma mit der Verbrennung des Tieres in einem Haustier-Krematorium oder ein Bestattungsinstitut mit der Beerdigung auf einem Tierfriedhof oder einer Einäscherung beauftragt werden.

Beitrag: Dr. med. vet. Birgitta Nahrgang, Fachtierärztin mit eigener Praxis in Köln, www.koelntierarzt.de

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde 1/2012

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