Krankenversicherung für den Hund

Schwanzwedelnd und immer voraus: genau so kennen die Halter ihren Hund. Meistens ist das auch so. An manchen Tagen aber gibt der Vierbeiner ein klägliches Bild ab: trockene Nase, hängende Leffzen, eingezogener Schwanz … ein klares Zeichen von Patientenstatus. Und dann? Meist folgt der Gang zum Tierarzt. Kleine Wehwehchen sind oft schnell und günstig wieder ausgestanden. Was aber ist bei einer drohenden Operation? Oder gar bei einem Unfall?

Worauf sollte man beim Abschluss einer Hundekrankenversicherung achten?

In der Regel werden die Beiträge für Hunde nach Rasse, Alter und Größe berechnet. Meist gilt: je älter der Vierbeiner, desto teurer der Beitrag. Auch gibt es Unterschiede bei der Altersbegrenzung. So versichern manche Anbieter die Hunde bis zum 15. (PreVet), 7. oder bei einigen Rassen sogar nur bis zum 4. Lebensjahr (AGILA). Hier wiederum sind spezielle Erbkrankheiten vom Versicherungsschutz nicht unbedingt ausgeschlossen. Grundsätzlich sollte man also auf Sonderkonditionen der Versicherer achten. Kleine Hunde sind in der Regel günstiger als große, empfindliche Rassen oft teurer als robuste Mischlinge. Auch machen die Versicherer bei einigen Rassen bestimmte Krankheitsrisiken geltend (Hüftgelenkerkrankungen, Dackellähmung, etc.) oder bieten spezielle Tarife für Zucht- und Jagdhunde an. Die Beitragsspanne kann also stark unterschiedlich sein und von knapp 30 bis über 100 Euro pro Monat reichen.

Grundsätzlich muss eine Wartezeit bei den Versicherungen berücksichtigt werden. Je nach Anbieter beginnt der Versicherungsschutz nämlich erst nach 30, 60 oder 90 Tagen. Auch in der Höhe der maximalen Versicherungsleistung pro Jahr gibt es große Unterschiede. Hier sollte man darauf achten, dass im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls die vereinbarte Versicherungssumme (maximal 1.000, 2.400, 3.600 oder 4.800 Euro) zur Verfügung steht und nicht erst nach langjähriger Schadenfreiheit in Anspruch genommen werden darf. Außerdem sollte die Deckungszusage unabhängig von der Art der Behandlung erfolgen (ambulant oder stationär).

Spezielle Operationsübernahme bei Krankenversicherungen (Vollschutz)

Eine Tierkrankenversicherung deckt in der Regel die Kosten für ambulante und stationäre Leistungen sowie Operationen ab (Kastrationen und Sterilisationen gehören bei den meisten Anbietern nicht dazu). Allerdings sollte man sich bei den Anbietern immer nach der Deckungshöhe erkundigen. Die kann bei Operationen sehr schwanken (von maximal 600 Euro pro Schadenfall bis zu mehreren tausend Euro, bzw. bis zum 3-fachen Satz der Gebührenordnung für Tierärzte GOT). Bei der Behandlung (inklusive Diagnostik und Medikamentenverabreichung) der erkrankten Hunde machen die Anbieter ebenfalls Unterschiede: so übernehmen sie zwischen maximal 500 bis 4.800 Euro pro Schadensfall bzw. Versicherungsjahr.

Weitere Leistungen

Meist sind neben Behandlungs- oder Operationskosten auch weitere Leistungen abgedeckt. Dies können zum Beispiel Vorsorgemaßnahmen (Impfung, Wurmkur) oder Urlaubsstornokosten sein. Auch die Unterbringung des Tieres (Tierpension, Tierhotel) im Falle einer Erkankung des Halters sichern manche Anbieter mit ab. Ebenso die Behandlung des Hundes im Ausland oder letztlich die Vermittlung von Tierbestattern.

Ein paar Fragen helfen bei der Entscheidung für die richtige Hundekrankenversicherung:

  • Gibt es Krankheiten, die vom Versicherer aus Risikogründen ausgeschlossen werden?
  • Ab wann ist der Hund versichert?
  • Gibt es eine Altersbegrenzung beim Hund?
  • Sind Operationen im Rund-um-Paket enthalten oder müssen sie gesondert versichert werden?
  • Wie hoch etwa sind Selbstbeteiligungen (pro Behandlung oder bei Operationen)?
  • Wie hoch ist die Kostenerstattung pro Jahr?
  • Welche Zusatzleistungen sind versichert?

Da die Leistungen der Tierkrankenversicherer sehr unterschiedlich sind, empfiehlt sich vor Abschluss ein gründlicher Vergleich. Hierzu helfen auch spezielle Seiten im Internet (die allerdings oft von Anbietern erstellt werden).

Eine umfassende Information über die unterschiedlichen Angebote und Leistungen ist zwar mühsam, für eine langjährige Entscheidung aber auch wichtig. Dabei reicht es nicht, die jeweiligen Prospekte der Anbieter zu vergleichen. Auch das „Kleingedruckte“ sollte nicht übersehen und in jedem Fall verglichen werden. Die Unterschiede sind nämlich groß. Wer sich gegen eine Krankenversicherung für seinen Hund entscheidet, sollte auf jeden Fall finanzielle Rücklagen bilden. Denn im Fall eines größeren Eingriffs können die Kosten durchaus in den vierstelligen Bereich gehen.

Mindestens so wichtig aber ist sicher die Vorsorge: ein gesundes Fressen, ausreichende Gassigänge und möglichst viele Streicheleinheiten sind wohl die besten Garanten für eine feuchte und glückliche Hundenase!

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde 1/2010
Beitrag: Oskar

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6 Kommentare zu Krankenversicherung für den Hund

  1. Gregor sagt:

    Guten Tag,
    ich habe Ihren Beitrag sehr aufmerksam gelesen und mich würde interessieren, wie relevant dieses Thema wirklich für Hundebesitzer ist. Ich überlege auf unserer Seite dieses Produkt anzubieten, aber bin von einer recht schwachen Nachfrage ausgegangen. Was halten die anderen Besucher von einer Krankenversicherung für Hunde? Wird die häufig abgeschlossen?
    Würde mich über Feedback freien
    Gregor von krankenversicherung.net

  2. Uli sagt:

    Da meine Hunde relativ alt sind,wenn sie bei mir landen,würde uns wohl keine Krankenversicherung aufnehmen oder sie wäre sehr teuer. Deshalb habe ich eine gewisse Summe auf die ich im Notfall immer zugreifen kann zur Seite gelegt.

  3. Gregor sagt:

    Hallo Uli und danke für dein Feedback. Wie sieht es bei anderen Hundebesitzern aus?

  4. Ina B. Werner sagt:

    Unser Hund ist im Moment noch jung und gesund, daher schwanken wir noch, ob wir eine Krankenversicherung abschließen, oder lieber eine gewisse Summe zurücklegen/ansparen. Es gilt außerdem, genau zu prüfen, welche Leistungen man abdecken möchte. Nur OP-Kosten oder eben auch Arztkosten und Medikamente. Genau nachrechnen, was sich für die eigenen Ansprüche lohnt würde ich empfehlen. Auch mal schauen, ob es rassetypische Erkrankungen gibt.

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