Der sichere Heimathafen für alte Hunde

Neugierig funkeln die Augen, die langen Ohren flattern im Wind, die Hinterbeine sind ganz schwach, aber dennoch wedelt er aufmerksam und hält seinen Kopf glücklich in die Sonne. Gustav, dieser wundervolle „Viel-Ohr-Hund“, wäre wahrscheinlich schon tot, hätte Petra Brück ihn nicht aufgenommen. Vernachlässigte und misshandelte Grauschnauzen erfahren im Hundeseniorenheim Rheinperle familiäre Geborgenheit.

„Er saß voller Schmerz in seinem Tierheimzwinger; niemand interessierte sich für diesen alten, schwachen, abgenutzten Hund voller Arthrose“, erinnert sich Petra Brück, Gründerin des Hundeseniorenheims Rheinperle. „Ich sah in sein wunderschönes, altes Gesicht und versprach ihm, dass er jenseits der Tierheimmauern in meiner Rheinperle die Sonne noch scheinen sehen werde.“

Mit dem Hundeseniorenheim Rheinperle (www.hundeseniorenheimrheinperle.de) hat sich Petra Brück im vergangenen Jahr ihren Lebenstraum verwirklicht. Nach mehrmonatigen und aufwändigen Sanierungsarbeiten war das Hospiz bezugsfertig und die 6.000 qm herrlich grüne Rheinaue komplett hundegerecht eingezäunt, mit einem Sandbuddelplatz versehen und es wurden zahlreiche herrlich bequeme Liegeplätze geschaffen.

24-Stunden Pflege und Zuwendung

Die Grauschnauzen in der Rheinperle haben das große Los gezogen und ihren letzten Heimathafen gefunden. Alle Hundesenioren haben eine traurige Vorgeschichte. Sie wurden extrem vernachlässigt, misshandelt oder einfach eiskalt im Stich gelassen und dann im Tierheim entsorgt. Manche von ihnen sind aber auch Waisen und haben durch den Tod ihres geliebten Menschen einfach alles verloren.

Diesen „Notfellen“ wird für ihren letzten Lebensabschnitt im Hundeseniorenheim Rheinperle ein sicheres Zuhause geboten, in dem sie liebevolle 24-Stunden-Pflege und Zuwendung an 365 Tagen im Jahr erhalten. So können ihre geschundenen Seelen heilen und so manchem von ihnen verhilft das noch zu einem langen, freien und glücklichen Leben. Denn alleine gute Lebensumstände, umsorgt zu werden und wieder hundherum glücklich zu sein, ist die beste Medizin und hat schon viele Hundeleben verlängert. „Beim Einzug in unser Hundehospiz verspreche ich jeder einzelnen Hundeseele, ihr ab dem Tag der Ankunft bis zum traurigen Tag des Abschiednehmens ein großartiges Hundeleben in Form von geruhsamer, friedlicher und liebevoller Behandlung zu bieten,“ erklärt Petra Brück.

Und damit macht sie genau das Richtige. Denn gerade die verstoßenen Seniorenhunde sind es, denen besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden sollte. Sie sind meist die ganz großen Verlierer. Durch ihre begrenzte Lebensdauer und das ein- oder andere Alterszipperlein haben sie im Tierheim oft nur schlechte oder auch keine Chance auf Vermittlung in ein neues Zuhause. „Die meisten Menschen wollen einen gesunden Hund, der sie noch möglichst lange in ihrem Leben begleitet. Das ist zwar verständlich, aber auch wenn die Schnauzen grau sind, das Aufstehen schwer fällt, der Gang langsam und beschwerlich ist und die Augen und Ohren nicht mehr einwandfrei funktionieren, sollte kein alter Hund sein Dasein in einem Zwinger hinter Gitterstäben fristen, auf hartem, kaltem Betonboden“, macht Petra Brück deutlich.

Sie ist der Meinung, dass jede Hundeoma und jeder Hundeopa ein Recht auf die uneingeschränkte, fürsorgliche Liebe eines Menschen, einen bequemen, gemütlichen Schlafplatz und einen eigenen Wasser- sowie Futternapf hat.

Die Philosophie des Hospiz Rheinperle ist: „In Würde altern … in Würde sterben.“ Denn gerade die alten Hunde sind ganz besondere Goldschätze. Hundesenioren sind weise, sanfte Begleiter, die ihrem Menschen eine tiefe, bedingungslose Liebe entgegenbringen.

Unterstützung dringend benötigt

Auch der finanzielle Aspekt ist ein Grund, warum sich viele Menschen scheuen, einem alten Hund ein neues Zuhause zu bieten. Alte Hunde haben hier und da ein Wehwehchen, oftmals auch kostenintensive, chronische Erkrankungen. All das kostet Geld. Und zwar eine ganze Menge. Medikamente und Tierarztbehandlungen sind deshalb ein sehr hoher Kostenfaktor im Hundeseniorenheim Rheinperle. Aber auch Nass- und Trockenfutter werden in großen Mengen benötigt.

Um ihre grauen Schnauzen optimal versorgen zu können, ist Petra Brück deshalb mit ihrem gemeinnützigen Verein, der sich ausschließlich duch Spenden finanziert, auf Unterstützung angewiesen. Dies kann auf vielfältigen Wegen geschehen. Ob mit einer Patenschaft für die Rheinperle-Hundesenioren, Geldspenden, Fördermitgliedschaften oder auch Futterspenden.

Die Hundeseniorenheimleiterin und ihre „Oldie-Gang“ freuen sich über jede Form der Hilfe, denn schließlich sollen noch ein paar mehr Hundeseelen ins Rheinperle-Paradies einziehen dürfen.

Übrigens: Wer eine liebevolle Urlaubsbetreuung für seinen sozialverträglichen, vierbeinigen Fellliebling sucht, ist ebenfalls bei Petra Brück genau an der richtigen Adresse (www.villa-rheinpfote.de). Sie bietet Betreuungsplätze für Gasthunde, die dann mit im festen Familienverbund zusammen mit den Rheinperle-Oldies leben.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde, 2/2017
Beitrag: Burga Torges im Gespräch mit Petra Brück

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