Gesundes Miteinander – Tellington TTouch für Hunde

Tellington TTouch ist eine ganzheitliche körperorientierte Methode, die jedes Lebewesen individuell sieht. Jeder Mensch kann die Techniken lernen und schnell anwenden. Mit Achtsamkeit und Respekt wird die Bindung zwischen Mensch und Hund verbessert und im neuropsychologischen Bereich (vegetatives Nervensystem und Gehirnaktivität) werden die Voraussetzungen für Entspannung und Gelassenheit, Konzentrationsfähigkeit und konstruktive Mitarbeit geschaffen

Vor über 40 Jahren entwickelte Linda Tellington-Jones die Tellington-Methode für Pferde, stark inspiriert von der Feldenkrais-Technik („Bewusstheit durch Bewegung“). Erstaunliche Erfahrungen bei der Arbeit mit besonderen Berührungen führten zur Entstehung des TTouch (kreisförmige Berührung). Bereits in den 80-er Jahren ergaben Studien, dass durch diese Anwendungen Stresshormone deutlich reduziert werden und Gehirnwellenmuster des idealen Lernzustands entstehen.
Nach den großen Erfolgen in der Arbeit mit Pferden, wurde die Methode auf Hunde übertragen, mit der Erkenntnis, dass auch Hunde positiv beeinflusst und bestärkt werden. Tellington TTouch ist weltweit von Fachleuten anerkannt und wird seit über 40 Jahren praktisch angewendet, vorwiegend bei Pferden und Hunden.

Die Techniken

Die Methode basiert auf vier sich ergänzenden Grundelementen: der Visualisierung des positiven Bildes, was wir für die Tiere erreichen möchten, der Körperarbeit, der Ausrüstung (insbesondere Körperbandagen) und der Bodenarbeit.

Tellington TTouch ist mehr als eine „Behandlung“ am Hund, es schafft eine Verbindung zwischen Mensch und Tier. Daher liegt die Ausgangsbasis der Arbeit beim Menschen: Positive Gedanken zum Hund, Atmung, Körperhaltung und die Bereitschaft, das Feedback des Hundes sehen und darauf reagieren zu wollen.
Bei der Körperarbeit werden spezielle Berührungen am Hundekörper ausgeführt, die sogenannten TTouches, die in kreisender, streichender oder hebender Form in vielen Varianten existieren. Je nach Einsatz können die TTouches beispielsweise beruhigend, aktivierend oder schmerzlindernd sein. Sie beeinflussen das Nervensystem, die Gehirnwellen, verbessern das Körpergefühl, lösen Spannungen, regen die Zellaktivität an und führen zu mehr Wohlbefinden.
Elastische Körperbandagen werden eingesetzt, um die Körperwahrnehmung der Hunde zu erhöhen und um Sicherheit und Stabilität zu vermitteln. Häufig unterstützt dies die Entspannung der Hunde, in Ruhe oder Bewegung.

Die Bodenarbeit ist eine sehr langsame und bewusste Führung der Hunde durch einen Parcours. Hierbei stehen die körperliche Balance, die Konzentration und die sanfte Verbindung zwischen Mensch und Hund im Fokus. Spezielle Techniken und ungewöhnliche, aber einfache Hindernisse ermöglichen Bewusstsein und Achtsamkeit in der Bewegung. Dadurch können Bewegungsabläufe optimiert und auch emotionale Grundhaltungen sowie Gewohnheiten verändert werden. Zudem verbessert sich die Kommunikation über die Leine zwischen Mensch und Hund.

Für Angsthunde, unruhige Hunde, Problemhunde, Familienhunde und alle anderen!

Wir Menschen sehen gerne die „großen“ Effekte, wenn Leid von Mensch und/oder Hund gelindert wird wie beispielsweise: Der Leinenzieher, der nicht mehr an der Leine zieht, weil Mensch und Hund mithilfe der Bodenarbeit eine sanfte Verbindung aufgebaut haben. Der Angsthund, der Silvester nicht mehr zitternd unter dem Bett liegt, weil er sich durch Körperbandagen und TTouches in seinem Körper sicherer fühlt. Der unruhige Hund, der entspannt liegt, weil durch Körperarbeit sein Stresslevel gesunken ist. Der reaktive Hund, der ruhig neben anderen Hunden sein kann, weil er durch Körper- und Bodenarbeit seine Haltungen geändert hat.

Doch betrachtet man die Wirkungsmöglichkeiten der Methode, kann man schnell feststellen, dass für jede Mensch-Hund-Verbindung eine Erhöhung der Lebensqualität durch Tellington TTouch möglich ist, beispielsweise eine Verbesserung des Körpergefühls für alte Hunde, Gelassenheit und Konzentrationsfähigkeit für junge Hunde, Körperwahrnehmung und Optimierung von Bewegungen für Sporthunde sowie Entspannung und Gelassenheit für Familienhunde.

Und ganz besonders im Vordergrund der Möglichkeiten steht die Intensivierung der Bindung zwischen Mensch und Hund. Übrigens steht das erste T in TTouch für „trust“ (= Vertrauen), was für jede Mensch-Hund-Beziehung eine wundervolle Ebene des Zusammenseins ist.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde, 3/2017
Beitrag: Monika Rohde, www.hunde-achten.de

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