10 Jahre „hundkatzemaus“ – Interview mit Diana Eichhorn

Diana Eichhorn ist vielen Hundefreunden durch die Sendung „hundkatzemaus“ bei VOX bekannt. Dort moderiert sie seit 10 Jahren die beliebte Sendung am Samstagabend. Die bekennende Tierschützerin verlor vor ca. 3 Jahren, innerhalb kurzer Zeit, ihre beiden geliebten Hunde. Die Konfrontation mit diesem Verlust stürzte Diana Eichhorn in eine persönliche Krise. Wir sprechen mit ihr über ihre Sendung, aber auch über ihren Umgang mit dem Thema Abschied und ihrer persönlichen Trauerbewältigung.

Nippers: 10 Jahre hundkatzemaus, was geht Ihnen dabei durch den Kopf?

Diana Eichhorn: „Wow … wie die Zeit vergeht. Mir kommt es vor, als hätten wir letztes Jahr erst losgelegt. Ich liebe meinen Job!“

Als Sie die Sendung anfänglich moderierten, haben Sie erwartet, dass Sie mit diesem Format so lange auf Sendung sein werden?

Diana Eichhorn: „Nein, ich war zu der Zeit ja schon fünf Jahre fürs Fernsehen als Moderatorin tätig und wusste, egal welches Format, alles kann jeden Tag vorbei sein. Ich möchte mich deshalb auch bei all unseren Fans bedanken, die uns schon so lange die Treue halten und damit natürlich auch dafür verantwortlich sind, dass es uns schon so lange gibt.“

Hatten Sie jemals die Befürchtung, dass Ihnen die Themen ausgehen?

Diana Eichhorn: „Nein, es gibt einfach zu viel über Tiere und deren artgerechte Haltung zu erzählen. Man kann unmöglich eine Tierart mit einem Beitrag abhandeln. Das wäre viel zu oberf ächlich. Tiere sind einfach unerschöpf ich spannend und sie machen glücklich.“

Was macht Ihrer Meinung nach das Magazin so erfolgreich?

Diana Eichhorn: „Wir alle, die wir für hundkatzemaus arbeiten und Beiträge produzieren, lieben Tiere! Alles, was wir machen, ist authentisch und echt.“

In den Jahren sind Sie nahezu von allem bekrabbelt und beschnüffelt worden, was das Tierreich zu bieten hat. Was war bei den Dreharbeiten das schönste Erlebnis für Sie? Und was lässt Ihnen noch heute einen Schauer über den Rücken laufen?

Diana Eichhorn: „Ich werde das wirklich so oft gefragt und ich kann es einfach nicht beantworten, weil es einfach zu viele „schönste“ Erlebnisse sind. Das ist ja das wunderbare an meinem Job, dass ich mit Tieren zu tun habe und ich liebe es einfach. In punkto „Schauer“ fällt mir die Antwort da deutlich leichter. Ich musste mal mit Engerlingen drehen. Das sind riesige Larven von riesigen Käfern. Diese Tiere haben leider ein bisschen was von einem Gruselfilm und ich hätte sie auch nicht angefasst. Und als bei diesem Dreh auch noch ein Riesenkäfer, der ausgebüchst war, unerwartet durch den Raum flog, habe ich gequietscht wie ein Mädchen.“

2008 war für Sie ein ereignisreiches Jahr. Sie sind Mutter eines Sohnes geworden. Im gleichen Jahr ist aber auch Ihre 12-jährige Schnauzerhündin Momo gestorben und im Januar 2009 auch noch Ihr Dalmatiner Pierrot. Freude und Trauer so eng beieinander; wie haben Sie das bewältigt? Haben Sie sich z. B. eine Auszeit genommen? Was hat Ihnen geholfen?

Diana Eichhorn: „Das ist echt schlimm. Bei Ihrer Frage muss ich sofort wieder weinen. Geholfen hat mir eindeutig mein Sohn. Ein Leben geht, ein anderes kommt. Ich bin Momo bis heute dankbar, dass sie genau diesen Zeitpunkt gewählt hat, um zu gehen. Ich weiß nicht, wie ich es ohne mein Kind überstanden hätte. Pierrot, mein Dalmatiner, hat Nando noch kennen gelernt. Er war so süß mit dem Baby, aber er hatte ohne Momo leider einfach keinen Lebenswillen mehr. Bewältigt habe ich den Verlust meiner Hunde bis heute nicht wirklich. Das ist nach wie vor ein ganz wunder Punkt bei mir.“

Die Entscheidung, seinen geliebten Vierbeiner einschläfern zu lassen, ist die schwerste, die Hundehalter treffen müssen. Würden Sie sich heute eher zu dieser Entscheidung durchringen? Wann ist für Sie der richtige Zeitpunkt?

Diana Eichhorn: „Ich würde alles genauso wieder machen. Auch wenn es wirklich die schlimmste Entscheidung ist, die man treffen muss. Aber sein Tier leiden zu lassen, nur, um es länger um sich zu haben, käme für mich nicht in Frage. Lieben heißt eben auch, loslassen zu können.“

Jetzt begleitet Sie Mischlingsdame „Klein Maggie“ und versprüht wieder vierbeiniges Glück. Nach Riesenschnauzer und Dalmatiner ein sehr kleiner Hund. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Diana Eichhorn: „Das waren ganz pragmatische Gründe. Ich wollte wieder einen erwachsenen Hund aus dem Tierschutz. Aber ich wollte zum einen mein Baby schützen, weil man nie genau wissen kann, was der Hund erlebt hat. Zum anderen musste der neue Hund einfach zu 100% anders sein als Momo und Pierrot. Dass ich überhaupt einen Hund wieder in mein Herz lassen konnte, habe ich nur meinem Kind zuliebe getan. Ich wollte nicht, dass er ohne aufwachsen muss.“

Was werden wir in diesem Jahr Neues von Ihnen hören?

Diana Eichhorn: „Natürlich ganz viele neue spannende Geschichten rund ums Tier bei „hundkatzemaus“.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde 1/2012

Dieser Beitrag wurde unter Serien & Reportagen abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

7 Antworten zu 10 Jahre „hundkatzemaus“ – Interview mit Diana Eichhorn

  1. Irene sagt:

    Hallo,
    werden alte Menschen auch Getötet weil Sie Schmerzen haben?
    Das sog.“Erlösen“ hat mit Tierlieb nichts zu tun!
    Auch Leiden gehört zum LEBEN!
    Nur die Menschen können nicht zulassen, dass es ihren Tieren nicht gut geht.
    ..na dann: weg damit!
    Gruß

    • Sandra sagt:

      So ein Bullshit! Es ist ein Akt der Menschlichkeit, Tieren Leid zu ersparen. Menschen können sagen, wo es weh tut, und so behandelt werden. Tiere nicht. Die Hunde wurden bestimmt nicht aus Spaß eingeschläfert. Es ist selbstsüchtig ein Tier nicht zu erlösen. Übrigens, bei Menschen finde ich es auch grausam.

  2. Kristin sagt:

    Habe mich selten so sehr über einen Kommentar geärgert, wie über den von Irene. Wenn man keine Ahnung hat, sollte man besser den Mund halten. Ein Tierarzt erlöst seinen Patienten nur dann, wenn es keine Hilfe und keine Linderung mehr gibt. Das ist ein Riesenglück für die Tiere. Ja, ich gebe zu, dass ich vor kurzem einen Artikel gelesen habe, dass leider inzwischen viel zu oft, viel zu früh eingeschläfert wird, unter anderem auch aus dem Grunde, weil die Tierbesitzer keine Lust haben, sich um ein altes, krankes, manchmal einfach nur langsam gewordenes Tier zu kümmern. So etwas darf auch nicht sein. Wer keine Verantwortung bis zum Ende übernehmen will, sollte sich kein Tier anschaffen. Aber das ist ein anderes Thema. Ich habe schon mehrere Menschen kennen gelernt, die sehr schwer und unheilbar krank waren. Alle von denen, ohne Ausnahme hätten sich gewünscht, dasselbe Recht zu haben, wie die Tiere. Aber auch Sterbehilfe beim Menschen ist hier nicht das Thema, also das nur am Rande. Irgendwelche pseudo Tierschützer Aussagen wie die von Irene finde ich furchtbar. Sie sollte mal sehen, wie es ist, wenn eine kranke Katze im Endstadium einer Krankheit nur noch schreit und nichts mehr hilft, aber sterben tut sie auch nicht und das geht tagelang und nächtelang bis sie zu schwach ist, um noch zu schreien und so weiter, um nur ein Beispiel zu nennen. Sie dazu zu entscheiden ein geliebtes Haustier, einen Begleiter gehen zu lassen und sich Hilfe von einem Tierarzt zu holen, ist verantwortungsbewusstes Handeln, nichts anderes.

  3. elke bänsch sagt:

    Habe meinen 18 jährigen Hund einschläfern lassen.

    Ich wollte sie nicht loslassen aber dann ging es nicht mehr, und ich glaube, daß es im sinne meines Tieres war ihr die Entscheidung abzunehmen.

    Die Trauer um meine Kleine wird immer sein, denn ich werde sie nie vergessen.

  4. Jutta aus Fockbek sagt:

    Ich habe seit 1984 Hunde, inzwischen den sechsten, immer ein oder zwei, und ich habe seitdem fünf von den sechsen gehen lassen müssen. Ich bin nach all der Zeit glücklich, dass alle meine Hunde mir gezeigt hatten, wann sie nicht mehr mochten (wollten). Dafür bin ich überaus dankbar. Ich konnte sie so gehen lassen, wie sie es mir gezeigt haben. Und dann mit tierärztlicher Unterstützung. Sowas würde ich mir für mich auch wünschen!

  5. Anonymous sagt:

    Ich arbeite im Altenheim. Tiere haben so ein Glück. Menschen leiden oft…Es zu beenden, wenn es nicht mehr geht ist ein großes Glück. Meine Tiere werden niemals leiden…Ich auch nicht, ich habe eine Patienten Verfügung.

  6. Anonymous sagt:

    Und: Irene, hol Dir eine Patientenverfügung! Ich selbst habe zur Zeit einen alten Kater aufgenommen, Der wohl nach Schlaganfall ausgesetzt wurde…Er ist wohlauf! Er pinkelt mal daneben.. das ist ok…Ich kann damit umgehen. Wenn Er mal echt nicht mehr kann…ja, dann werde ich ihn gehen lassen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.