Wie echt sind die Papiere beim Züchter?

Wenn Menschen sich einen Rassehund zulegen möchten, dann häufig deshalb, weil sie damit Wesens- und äußere Merkmale im Vorfeld eingrenzen wollen und so davon ausgehen, dass der spätere Hausgenosse dieser Rasse zum Menschen und seinem Lebensstil passt. Doch die Auswahl eines seriösen Züchters ist angesichts der Vielzahl nicht leicht. Welche Voraussetzungen erfüllt seien müssen und was welche Papiere nachweisen sollten, lesen Sie hier im Überblick.

Papiere sind schnell gefälscht

Auch unseriöse Züchter können so genannte „Zuchtpapiere“ oder „Ahnentafeln“ ausstellen. Dies ist nicht immer Nachweis über eine ordnungsgemäße und gesunde Zucht unter Vermeidung genetischer Defekte und nach den neuesten Erkenntnissen von Wissenschaft und Forschung. Schützen kann hier nur die möglichst genaue Überprüfung des Züchters. Entscheidend für dessen Seriosität ist seine Zugehörigkeit zu einem Verband. Zuchtverbände sind überregionale Organisationen, die sich Zucht, Förderung und Erhaltung einer Tierart zur Aufgabe gemacht haben. Der größte in Deutschland ist der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH). Allerdings gibt es auch viele kleinere Verbände, deren Arbeit nicht schlechter sein muss. Es ist nur schwieriger, dies zu überprüfen. Die Arbeit des Zuchtverbandes beeinflusst entscheidend die Qualität jedes einzelnen gezüchteten Tieres. FCI Siegel oder VDH Logo dürfen nur von anerkannten Züchtern und Mitgliedsvereinen verwendet werden, achten sie deshalb auf ein entsprechendes Siegel auf den Zuchtpapieren.

Zuchtverband zur Kontrolle

Bei der Federation Cynologique Internationale (FCI), eines der größten Weltverbände für die Rassehundezucht in Belgien, sind Rassestandards von über 300 Hunderassen hinterlegt. Die Mitgliedsländer erkennen die Ahnentafeln der Hunde untereinander an und richten sich nach gemeinsamen Rassestandards. Die Zuchtrichter zur Beurteilung der Tiere werden nach vergleichbaren Maßstäben ausgebildet. Für die Aufnahme in die FCI müssen die Länderverbände strenge Kriterien hinsichtlich ihres Zuchtreglements erfüllen. Der Deutsche VDH ist Mitglied der FCI. Er betreut als Dachverband 160 Rassezuchtverbände und Hundesportvereine. Regionale Vereine der Dachverbände betreuen und kontrollieren die Züchter vor Ort, informieren über Zuchtplanung und -probleme.

Zuchtordnung schützt die Tiere

Aufwändige Zuchtprogramme zur Vermeidung genetischer Defekte und die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung verfolgen dabei das Ziel der Zucht von gesunden und sozialverträglichen Rassehunden. Für Züchter im VDH gilt beispielsweise eine der strengsten Zuchtordnungen der Welt. Ein Ahnennachweis des VDH gewährleistet, dass strenge Wurf- und Zuchtkontrollen durchgeführt wurden. Denn Verbands-Züchter verpflichten sich der Wurfabnahme durch den VDH.

Nur eine genaue Prüfung hilft

Jeder gute Züchter gibt gern Auskunft über seinen kleinen oder großen Verband und beantwortet Fragen über Rasseförderung und Zielsetzungen ausführlich. Die Überprüfung der Unterlagen, wie Zuchtbuch und Zuchtprüfungen, Ahnentafel, Ausstellungen und Kontrollprotokolle für die Zuchtstätte, zeigt, wie der betreuende Verband seinen Aufgaben gerecht wird. Es lohnt sich auch, die Zuchtregeln zu überprüfen, denn sie geben Aufschluss über den wirklichen Wert der ausgehändigten Abstammungspapiere. Überprüft werden sollten auch Siegel oder Logos ggf. mit Originalen, die auf offiziellen Papieren des Verbandes erhältlich sind. Der Züchter übergibt beim Kauf eines Tieres auch immer einen Impfausweis.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde 1/2010
Beitrag: Petra Franke, engagierte Rechtsanwältin und Vorsitzende des Hundesportvereins Köln-Mülheim e. V., befasst sich beruflich und privat mit dem Thema Hund.

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