Waidmannsheil beim Kampf gegen Zecken!

Besonders jetzt im Frühjahr lauern sie im frischen Gras und auf Sträuchern, um ihre leeren Mägen zu füllen: Zecken. Klein, spinnenartig, widerlich und noch dazu Überträger von gefährlichen Krankheiten wie Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), Borreliose und Anaplasmose! Um ihnen den Appetit zu verderben, bietet der Markt eine Vielzahl verschiedener Mittel für den Einsatz bei Hunden an. Von Halsbändern, Sprays, Pulver, Shampoos bis zu so genannten Spot-on-Mitteln. Doch nicht alle Mittel sind wirksam, einige eher giftig und können für den Hund gefährlich werden.

Gleiches Mittel wirkt nicht bei jedem Hund

Egal, ob natürliche oder synthetisch hergestellte Substanz: Jeder Hund nimmt Wirkstoffe anders auf. So kann es sein, dass was bei dem einen die Zecken wunderbar fernhält, bei dem anderen wie eine Art Lockstoff für Ungeziefer fungiert. Da hilft nur ausprobieren. Grundsätzlich sollte man immer beobachten, wie anfällig der eigene Vierbeiner für die Übergriffe von Zecken ist.

Denn nicht jeder Hund bringt gleich viele ungebetene Mitbewohner aus Feld und Wald mit nach Hause. Während der Jagdhund mit kurzem, glattem Fell wenig Haftfläche und wenig Versteckmöglichkeiten für den Holzbock bietet, gestaltet sich die Zeckensuche beim langhaarigen Briard beispielsweise wie ein wenig amüsantes Räuber- und Gendarm-Spiel längeren Ausmaßes! Je nach Anfälligkeit des Hundes sollte ein Zeckenmittel dementsprechend eingesetzt werden.

Wirkstoffe von Zeckenmitteln sind unterschiedlich

Welcher Hundebesitzer wünscht sich nicht, mit ein paar ungefährlichen Kräutern Zecken den Garaus machen zu können. Aber nachdem bekannt ist, dass die spinnenartigen Tiere bis zu vier Jahre ohne Nahrung schadlos überstehen können, erstaunt es nicht, dass im Kampf gegen sie selbst synthetisch hergestellte Stoffe einen Zeckenbiss nicht verlässlich verhindern können. Generell gilt: um die Zecken abzuhalten, enthalten viele Mittel Wirkstoffe, die unerwünschte Nebenirkungen bei Mensch und Hund haben können. Permethrin, Fipronil, Dimpylat, Amitraz, Propoxur und Tetrachlorvinphos finden sich vor allem in den Spot-on-Lösungen, die direkt ins Fell geträufelt werden und auf Halsbänder. Diese Spot-on-Lösungen sind zumeist als Arzneimittel beim Tierarzt erhältlich. Synthetische Wirkstoffe dürfen nur bei einem einwandfreien gesundheitlichen Zustand des Hundes eingesetzt werden und sollten nicht direkt mit der Haut des Menschen in Kontakt kommen. Dagegen werden Naturprodukte auf Basis ätherischer Öle, Kräuter und Extrakte hergestellt und finden sich häufig in Sprays, Pulvern, Nahrungsergänzungsmitteln oder ähnlichem. Nebenwirkungsfrei ist keine der beiden Wirkstoffgruppen.

Stiftung Warentest hat Zeckenmittel getestet

Stiftung Warentest hat Zeckenmittel bei Hunden umfangreich getestet. Das ernüchternde Ergebnis vorweg: Keines der Sprays, Shampoos und Pulver auf Kräuterbasis konnte ausreichenden Schutz vor Zecken bieten. Und nach einigen Geruchsproben von Sprays und Halsbändern nahmen die meisten feinen Spürnasen früher oder später schon bei deren Anblick reißaus. Sprays mit ätherischen Ölen sind „befriedigend“ wirksam, deren Geruch allerdings gewöhnungsbedürftig. Ebenso wirkungslos sind Hausmittel wie Leinöl und Zitronella. Auch Lavendelöl wird nur ein geringer Wirkungsgrad zugeschrieben. Laut Stiftung Warentest sind Spot-on-Produkte am effektivsten (Note 2,6). Als wirksam gelten ebenso Halsbänder, die Akarizide (allgemeine Gifte gegen Spinnentiere) enthalten. Bioenergetisch geladene Metallplaketten oder batteriebetriebene Ultraschall erzeugende Anhänger hat die Stiftung Warentest mit der Note „mangelhaft“ bewertet

Mehr Infos zu den Testergebnissen unter: www.test.de / „Zeckenmittel für Hunde“

Zecken immer entfernen

Hunde können gegen Borreliose geimpft werden. Einen kompletten Schutz vor allen übertragbaren Erregern bietet die Impfung allerdings nicht. Deshalb sollte der Hund nach jedem Spaziergang gründlich abgesucht werden. Bevorzugt lassen sich die ungeliebten Biester an Schnauze, den Schenkel- und Ellbogenfalten, Ohrrändern sowie zwischen den Zehen nieder. Werden sie innerhalb der ersten 24 Stunden nach dem Biss entfernt, können keine Krankheiten auf den Hund übertragen werden. Aber Achtung: unbedingt das Quetschen oder Zerdrücken des Zeckenkörpers vermeiden, da sonst die Gefahr besteht, dass dadurch Krankheitserreger aus dem Darm der Zecke in die Wunde gelangen. Entfernte Zecken unbedingt verbrennen oder zerdrücken. Im Müll und auch im Klo überleben die Biester mühelos.

Homöopathisches gegen Zecken?

Es wäre schön, wenn es ein ungefährliches, wirksames Mittel zur Abwehr von Zecken gäbe. Leider gibt es bis jetzt kein entsprechendes homöopathisches Mittel. Allerdings kann man das Hautmilieu durch die zusätzliche Verfütterung von Hefepräparaten günstig beeinflussen und so einem Befall mit Hautparasiten entgegenwirken. Vorbeugend können auch Homöopathika zur Stärkung des Hautmilieus eingesetzt werden.

Bitte beachten: Vor der Gabe von Medikamenten und Homöopathika sollte immer ein Tierarzt oder Tierheilpraktiker aufgesucht werden!

WirkstoffVerwendet inEventuelle Nebenwirkungen
PermethrinSpot on LösungenJuckreiz, Haarausfall (Allergien beim Menschen)
FipronilSpot on LösungenHautreizungen, Augenreizungen
DimpylatHalsbänderBronchialerkrankungen (Übelkeit, Erbrechen beim Menschen)
AmitrazHalsbänderJuckreiz, Ekzeme (bei langem Kontakt Leberschäden für Menschen)
PropoxurHalsbänderErbrechen, Durchfall (Übelkeit, Krämpfe beim Menschen)
TetrachlorvinphosHalsbänderAllergien
Ätherische ÖleHalsbänder, SpraysEs können Reizungen der Haut und der Schleimhäute auftreten

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde 2/2010

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