Und „Ääkschen“ bitte: Actionball

Für alle, die Treibball schon im Welpenalter mit der linken Pfote gespielt haben, bietet Actionball eine rasantere Variante. Das Spiel erinnert zwar an das Hüten von Schafen, allerdings darf hier der Ball sowohl vom Menschen weg als auch auf ihn zu getrieben werden. Der Mensch steuert seinen Hund über Stimme, Handzeichen sowie Körperhaltungen und erarbeitet so auf spielerische Art Teamwork und Distanztraining. Erfunden wurde Actionball von Daniela Wernigk aus München.

Ein bisschen wie, aber doch anders als Treibball

Treibball dient als Hüteersatz für Hunde, die ursprünglich einmal dem Menschen bei der Arbeit mit Schafen, Rindern oder auch Enten geholfen haben. 8 Bälle werden im Bogen umrundet und nach einer vorgegebenen Reihenfolge von dem Hund in ein Tor getrieben. Sind alle Bälle im Tor und hat sich der Hund davor abgelegt, endet das Spiel. Auch Actionball erinnert an das Hüten von Schafen. Ebenso bewegt der Hund hier einen Ball gezielt in vorgegebene Richtungen, meistens mit der Nase. Manche Hunde treiben aber auch lieber mit den Vorderpfoten oder der Schulter. So entwickelt jeder Hund seine eigene Taktik. Außerdem lernt der Hund in einer vom Menschen bestimmten Position zu stoppen und den Ball nun möglichst konzentriert und geradlinig zu treiben. Auch ein Voranschicken zum Ball oder ein Stoppen während des Treibens gehören dazu. Der Mensch steuert seinen Hund über Stimme, Handzeichen und Körperhaltungen.

Ein Ball für alle „Felle“

Bei Actionball wird nur mit einem großen Ball gearbeitet. Die Größe des Balles orientiert sich an der Größe des Hundes. Den Ball bewegt der Hund durch einen variablen Parcours. Dieser kann aus Toren, Hütchen oder anderen Hilfsmitteln gebildet werden. So ist der Platzbedarf sehr gering. Actionball lässt sich deshalb leicht im Alltag einbauen, ob im Garten oder auf der nächsten freien Wiese. Links, rechts, über oder unter Hindernissen durch, um eine Stange herum, schnell oder langsam. Vom Vorantreiben des Balls über Richtungsanweisungen bis zur Triebkontrolle. Schnell können erste Parcours geübt werden und schon nach wenigen Trainingseinheiten steht einem rasanten Spiel nichts mehr im Wege. Der Hund bekommt immer andere Aufgaben, die ihn wieder neu fordern. Dabei fördert das enge Zusammenspiel zwischen Hund und Besitzer die Beziehung und den Gehorsam. Die wachsende Geschicklichkeit des Hundes sorgt für viel Selbstbestätigung und Spaß am Training. Ein weiterer Vorteil ist, dass man viele Kommandos des Actionball-Trainings auch im Alltag einsetzen kann. Vom Vorausschicken über Stoppen auf Distanz bis hin zum Umrunden von Bäumen – alles gute Tricks und Hilfen für jeden Halter.

Wer kann Actionball spielen?

Natürlich bieten sich die Hüte- und Treibhunde geradezu für diese Sportart an, aber auch alle anderen gesunden Hunde sind für Actionball geeignet. Die Vierbeiner sollten allerdings über einen guten Grundgehorsam verfügen, denn der Hund sollte jederzeit unter Kontrolle stehen. Spaß und Lust auf Bälle sind ebenso Voraussetzung.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde, 2/2012
Beitrag und Fotos: Dipl.-Biologin Barbara Schäfer, Hundeschule pro Cane, www.procane.de

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