Tierkommunikation – Wenn Tiere selbst antworten

Die telepathische Kommunikation (TK) zwischen zwei Lebewesen ist uralt. Naturvölker benutzen diese Art der „stillen Kommunikation“ bis heute. Findet diese telepathische Kommunikation zwischen Mensch und Tier statt, spricht man von (telepathischer) Tierkommunikation.

Möglichkeiten und Grenzen

Meist wird die TK in Anspruch genommen, wenn ein Tier Probleme bereitet, ängstlich oder unsicher ist. Viele (unerwünschte) Verhaltensweisen beruhen dabei auf dem Verhalten des Menschen oder auf gesundheitlichen Ursachen. In beiden Fällen kann die TK nur die Ursachen erfragen. Zum Beispiel können viele Hunde genau sagen, welche (menschliche) Verhaltensweise oder welches gesundheitliche Problem die Ursache für ihr Verhalten ist. Allein mit einem Tiergespräch sind diese „Probleme“ aber nicht lösbar. Ihnen muss dann im zweiten Schritt entweder eine medizinische Behandlung oder eine Unterstützung durch eine Hundetrainer/in folgen.

Beispiele

Ein 2 Jahre junger Terriermix bellte seit rund einem Jahr (seitdem er nach Deutschland zu seiner Familie kam) fremde Menschen an. Im Laufe der letzten Monate verstärkte sich dieses Verhalten, und wiederholt zwickte er Menschen in die Hosenbeine. Seine Menschen suchten Rat in Hundeschulen. Diese schauten sich den Hund jeweils über einen längeren Zeitraum in verschiedenen Situationen an und kamen zum gleichen Ergebnis: Der Rüde sei „extrem dominant und müsse energisch in seine Schranken verwiesen werden“. Trainingsprogramme wurden mit Sorgfalt umgesetzt. Am Verhalten des Hundes änderte das nichts. Seine Halter wandten sich deshalb an eine TK´in. Die TK`in wusste zu diesem Zeitpunkt nur den Namen, Alter und ein Foto des Hundes, dass er vor rund 1 Jahr aus Spanien direkt zu der Familie gezogen war und ohne erkennbaren Grund Menschen anbellt und zwickt. Das Tiergespräch ergab, dass der Hund sehr stark auf die Unsicherheit und Anspannung seiner Menschen reagierte. Er beschrieb sich selbst als eher devot und allem Streit am liebsten aus dem Weg gehend. Allerdings seien seine Menschen bei Begegnungen mit Menschen und Hunden von Anfang an sehr unsicher gewesen und ihm die Sicherheit seiner Menschen sehr wichtig gewesen. Seine Menschen waren verwundert, dass der Hund sie so deutlich einschätzte und eigentlich ihr eigenes Verhalten die Ursache war. Gemeinsam mit einem Hundetrainer wurden die Vorschläge des Hundes ausgearbeitet, geübt und erfolgreich gefestigt. Der Terriermix bellt heute weder Menschen an noch zwickt er Hosenbeine. Inzwischen begleitet er seine Menschen fast überall hin.

Manchmal sind auch allein die Gedanken und Einstellungen des Menschen für eine Verhaltensursache verantwortlich. Ein knapp 6 Monate alter Hütehund zog sein Frauchen regelmäßig von einer interessanten Stelle zur nächsten. Nach reificher Abwägung der Vor- und Nachteile probierten die beiden es unter Anleitung der Hundetrainerin mit einem Halti/Führhalfter. Der Hund wurde an das Tragen gewöhnt und zeigte bei dem Mann auch keine Probleme. Sobald jedoch die Frau versuchte das Halti anzuziehen, zwickte der Hund nach ihr und versuchte das Führhalfter abzustreifen. Das Ergebnis der Befragung ergab, dass er kein Problem mit dem Tragen des Führhalfters hat. Allerdings sah er es als eine „gute Möglichkeit, sein Frauchen und ihre Willensstärke auf die Probe zu stellen“. Nach ihrer persönlichen
Einstellung zum Halti befragt, berichtete die Besitzerin von ihrem schlechten Gewissen, den Hund „einzuengen“. Nach dem Bericht über das Tiergespräch war die Frau zunächst verärgert, dann amüsiert und überdachte ihre eigene Einstellung. Der Hund ließ sich anschließend auch von ihr das Halti anlegen und lief innerhalb kurzer Zeit entspannt an der Leine.

Gesundheitliche Beschwerden lassen sich nicht wegreden

Eine weitere Grenze sind Verhaltensweisen aufgrund von gesundheitlichen Beschwerden. Ein vier Jahre alter Mischlingsrüde ging mit seinen Menschen von klein auf mit viel Spaß in die Hundeschule. Er befolgte Anweisungen seiner Menschen sofort. Auf einmal weigerte er sich, sich hinzusetzen oder zu legen. In der TK berichtete er von stärker werdenden Rückenschmerzen und Problemen sich zu drehen. Eine Untersuchung beim Tierarzt ergab eine beginnende Arthrose. Mit der entsprechenden Behandlung kann der Hund heute seine Menschen wieder fröhlich im Alltag begleiten. Lediglich das geliebte Frisbee-Spielen musste er leider aufgeben. Dass nicht erkannte, gesundheitliche Probleme Ursache für eine scheinbar ausgeprägte Aggression sein können zeigt das folgende Beispiel:

Eine Husky-Mischlingshündin wurde abgegeben, nachdem sie zwei kleine Rüden tödlich verletzt hatte. Ein Tiergespräch ergab, dass sie sich wiederholt von den beiden Hunden belästigt fühlte und sie schon lange starke Rückenschmerzen habe. Ihr sei nicht bewusst gewesen, dass sie die beiden tödlich verletzt hatte. Sie habe die beiden mehrfach gewarnt und diese hätten nicht reagiert. Warum Sie deshalb ihre Familie verloren hatte, verstand sie einfach nicht. Das Gespräch mit den ehemaligen Besitzern ergab: Die Hündin lief seit einigen Wochen ein wenig „steif“. Dies wurde aber auf das fortgeschrittene Alter (11 Jahre) geschoben. An dem Tag lief die Hündin wie immer an der Schleppleine. Der eine Rüde (Yorki-Chi-Mix) rannte ohne Vorwarnung auf sie zu und versuchte sie zu besteigen. Die Hündin hatte kurz geknurrt und dann nach links und rechts geschnappt. Dabei erwischte sie den Rüden am Genick, er war sofort tot. Die Besitzer waren geschockt, gingen sofort nach Hause und riefen eine Freundin an. Diese kam sofort mit ihrem jungen Pom-Pom-Rüden zu der Familie nach Hause. Die Hündin lag auf ihrem Platz und schlief. Der junge Rüde sprang auf ihren Rücken. Sie schreckte hoch und schnappte nach dem Hund. Dabei verletzte sie ihn so schwer, dass der Tierarzt nicht mehr helfen konnte. Die nun endgültig geschockte Familie gab den Hund noch am selben Abend ab. Die ausführliche Untersuchung beim Tierarzt ergab eine ausgeprägte Spondylose und einen Osteoporose-Schaden an den Rückenwirbeln. Sie wurde operiert, medikamentös eingestellt und besuchte mit ihren neuen Menschen erfolgreich eine Hundeschule. Inzwischen ist die Hündin schmerzfrei und hat erfolgreich ihre Prüfung zur Maulkorbbefreiung bestanden

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde, 3/2012
Beitrag: Katharina Küsters, Dipl.-Sozialarbeiterin, Tierheilpraktikerin und Tierkommunikatorin, www.ihre-tierkommunikatorin.de
Fotos: Katharina Küster / Anja Kiefer, www.hundeimpressionen.de

Dieser Beitrag wurde unter Psychologie & Erziehung abgelegt und mit verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

2 Antworten zu Tierkommunikation – Wenn Tiere selbst antworten

  1. Tabade sagt:

    Ein wunderbarer Beitrag! Mein Shar-Pei Rüde Bruno, 4 Jahre alt, wurde in Ungarn schwer misshandelt, heute sind noch einige Narben zu sehen, wurde von Platz zu Platz geschoben und hatte kein Interesse an Menschen. Er kannte keine Umwelt, hatte vor vielem Angst, vorallem aber, verachtete er uns Menschen. Ich mache selber Tierkomunikation, so konnten wir sehr viele Probleme lösen. Sogar seinen ausgeprägten Jagdtrieb, wir gehen ohne Schleppleine im Wald spazieren! Jetzt, nach einem Jahr bei mir, ist er selbstsicher, lebensfroh, verschmuster, Menschenfreundlich geworden. Wir sind beide sehr dankbar und froh, dass es diese Art von Komunikation gibt .

  2. Peter Demel sagt:

    Ein schöner Beitrag. Das kann ich nur bestätigen.
    Ich bin der Meinung, dass sich durch Tierkommunikation die Einstellung
    zu den eigenen Tieren und zu den Tieren überhaupt verändert.
    Weil man dadurch Tiere als mitfühlende Wesen, und auch als gleichwertige Partner
    erkennt.
    Was ich aus meiner Erfahrung empfehlen kann, ist dass man Tiere informieren soll.
    Wenn man sie zu Hause alleine lässt, zum Urlaub geht, oder zum Tierarzt bringt.
    Einfach über das Vorhaben informieren, wie lange man weg geht, und dass man sie
    von Tierarzt wieder zurück nach Hause nimmt.
    Auf diese Weise kann man sich und unseren Gefährten viel Stress ersparen.
    Weil das unsere eigene Tiere sind, ist die Verbindung immer da.
    Auch wenn wir nicht bei unseren Tieren sind, können sie die Verbindung zu uns spüren
    und unsere Gefühle.
    Man kann in einem Gespräch nicht immer die Lösung finden, aber wenn man darüber gesprochen hat, wird es uns und unseren Tieren leichter.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.