Hochkonjunktur für Fellpflege

Wenn die Temperaturen im Frühling draußen steigen, läuft der Staubsauer drinnen wieder heiß, denn dann schmeißen die lieben Vierbeiner ihr Winterfell ab. Der Fellwechsel beim Hund ist ein natürlicher und notwendiger Vorgang, kann aber für Hundebesitzer oft zu einer besonders haarigen Angelegenheit werden. Aber ob lang, kurz oder rau: für jedes Fell gibt es die richtige Pflege.

Platz da für das neue Fell

Das alte Fell muss raus, damit das Neue nachwachsen kann. Das gilt für alle Rassen, Mischlinge und alle Fellarten. In der Zeit des Fellwechsels sollte der Hund deshalb möglichst täglich gebürstet und ausgekämmt werden, denn dadurch wird die Haut besser durchblutet und das lose alte Fell kann besser entfernt werden. Bei kurzhaarigen, glattfelligen Vierbeinern reicht ein wöchentliches Bürsten. Terrier und Schnauzer müssen täglich ran sowie auch die langhaarigen Vierbeiner. Denn sie neigen, wie auch die sehr wolligen Rassen, im Winter verstärkt zu Verfilzungen. Durch Nässe, Dreck und das Abrubbeln mit dem Handtuch bilden sich gern die unangenehmen Fellknötchen. Werden die langfristig nicht entfernt, wird es für den Hund unter Umständen sehr unangenehm. Denn wenn keine Luft mehr an die Haut kommt, kann das zu Hautirritationen oder schlimmer noch, zu Entzündungen und eitrigen Ekzemen führen. Deshalb sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass das Fell Schicht für Schicht bis runter zur Haut gebürstet wird. Außerdem regt das regelmäßige Bürsten die Durchblutung und somit auch das Wachstum des neuen Haares an. Drahthaarige Rassen werden zusätzlich zum Bürsten durch Trimmen von dem alten Fell befreit. Dabei werden die alten, locker sitzenden Haare rausgezupft. Übrig bleibt das luftige Sommerfell.

Die Bürste macht den Unterschied

So unterschiedlich die Fellbeschaffenheit von Rassehunden und Mischlingen ist, so vielseitig sind auch die verschiedenen Hilfsmittel für deren Pflege. Von Bürsten aus Naturborsten über Drahtbürsten in verschiedenen Ausführungen bis hin zu Gummi- oder Metallstriegeln. Wer einen glattfelligen Kurzhaar- Mitbewohner wie einen Weimaraner oder Magyar Vizsla hat, ist schnell mit der Bürste über den Vierbeiner gerutscht. Die Pflege von langhaarigen Hunden wie dem Bearded Collie oder auch dem Golden Retriever ist da schon aufwändiger und langwieriger. Wer sich nicht sicher ist, welches die richtige Bürste, der beste Kamm oder Striegel ist, sollte sich von einem erfahrenen Hundefrisör beraten lassen.

Sauberes Fell pflegt sich leichter

Im Winter sind Haut und Fell der Hunde stärker beansprucht als im Sommer. Nässe, Kälte und Schnee können dem Fell zusetzen und es austrocknen. Auch Streusalzreste sollten nicht im Haarkleid verbleiben und womöglich die Haut reizen. Daher empfiehlt es sich, den Hund am Ende des Winters einmal gründlich durchzuwaschen. Das gereinigte Haar lässt sich leichter bürsten und die losen Haare gehen besser raus. Kurzhaarige glatte Rassen wie z.B. Dalmatiner oder Pinscher sollten nicht so oft gebadet werden, da sie eine sehr empfindliche Hautflora haben. Sie benötigt lange Zeit, bis sie sich wieder regeneriert hat. Spezielle Pflegeprodukte wie zum Beispiel Nerzölshampoo- und -Balsam reinigen und Pflegen nachhaltig. Aber Vorsicht: nicht alles macht Sinn oder ist notwendig. Ein guter Hundefrisör berät hier umfassend und im Sinne des Tieres.

Wohlfühlen beim Hundefrisör

Wer seinen Hund in die Hände eines Profi-Pflegers geben möchte, sollte vor allem darauf achten, dass sich sein Hund im Hundesalon auch wohl fühlt. Denn macht er einmal schlechte Erfahrungen bei der Fellpflege, kann das der Anfang eines langen Leidenswegs für Hund und Halter sein. Eine ausführliche Beratung in Sachen Fellstruktur und Fellpflege sollte selbstverständlich sein. Auch sollten hier Krankheiten und Eigenarten sowie Vorlieben des Hundes zur Sprache kommen. Denn schließlich ist es wichtig zu wissen, was der Hund gerne mag, gar nicht leiden kann, ob er Warzen oder ein Herzproblem hat. Und schließlich sollte der Hundefrisör wissen, ob der Hund zu epileptische Anfällen neigt, wenn er mit der Schere beispielsweise am Ohr des Hundes hantieren muss.

Oberstes Gebot im Hundesalon ist eine entspannte Atmosphäre, in der sich Hund und Halter gut aufgehoben fühlen, weil auch auf ihre Bedürfnisse eingegangen wird. Chaos und Hektik haben hier nicht zu suchen, genauso wenig wie ein so genannter Galgen zum fixieren von Hunden am Behandlungstisch. Denn ein freies Arbeiten ohne Zwang ist für alle Beteiligten am schönsten. Mit Geduld und gutem Zureden bekommt ein hundeerfahrener Frisör jeden Vierbeiner zwanglos zur Kooperation. Zum Glück ist hier Bestechung nicht strafbar.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde, 1/2014
Beitrag: Beate Forssmann, Hundefrisörin in der Tierklinik Lesia, Düsseldorf, beate@forssmann.de
Bild: Pavel Timofeev, Fotolia.com

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