Ist Zähneputzen für die Katz?

In der heutigen Zeit werden Hunde und Katzen anders ernährt als früher. Zudem werden sie auch immer älter. Das hat Folgen für den Zustand ihrer Zähne und damit der gesamten Maulhöhle. In der Maulhöhle von Hunden und Katzen laufen dabei vergleichbare Vorgänge ab wie beim Menschen. Darum ist es wichtig, dass darauf geachtet wird, eine entsprechende Hygiene zu entwickeln, um die Entstehung von Zahnbelag und Zahnstein und als deren Folge Krankheiten und Schmerzen zu verhindern. Tierärztin Dr. med. vet. Helena Fröhlich klärt über die wichtigsten Fragen zu diesem Thema auf.

Wie entsteht Zahnstein?

Nach jedem Fressen verbleiben Nahrungsbestandteile in der Maulhöhle von Hunden und Katzen, die von Bakterien zersetzt werden. Es kommt zu Ablagerungen auf den Zähnen und dadurch entsteht innerhalb kürzester Zeit Zahnbelag. Dieser Belag mineralisiert und hat eine raue Oberfläche auf der sich erneut Belag anheften kann. Als Folge entsteht Zahnstein. Auf Dauer drängt der Zahnstein das Zahnfleisch zurück. Dadurch wird der Zahnhalteapparat instabil und der Zahn fällt aus. Dies ist ein schmerzhafter Prozess, der aufgrund einer bakteriellen Beteiligung zu Entzündungen in der Maulhöhle führen kann. Die beteiligten Bakterien produzieren Stoffe, die vom Körper aufgenommen werden und die inneren Organe wie Herz, Leber und Niere schädigen. Gerade bei Hunden mit kleinen Kiefern kommt es häufig zu Zahnsteinbildung, da die Zähne enger beieinander stehen und somit der selbstreinigende Effekt in der Maulhöhle reduziert ist.

Wie erkennt man krankhafte Veränderungen an den Zähnen?

Den meisten Tierbesitzern fällt auf, dass ihre Tiere stark aus dem Maul riechen. Dieser Mundgeruch entsteht durch Stoffwechselprodukte, die von Bakterien produziert werden. Beim Blick in die Maulhöhle kannman feststellen, dass Zahnstein mit eitrigen Belägen an den Zähnen haftet, dass Zähne locker sind und dass vielleicht sogar das Zahnfleisch entzündet ist. Viele Tiere speicheln auch stark. Einige Tiere sind auch nur noch in der Lage einseitig zu fressen, da die andere Seite entzündet ist. Manche Hunde und Katzen sind aggressiv, da sie den Schmerz nicht anders zeigen können. Bei einigen kommt es auch zu Schwellungen im Gesicht, da Zahnwurzeln sich entzündet und Abszesse gebildet haben.

Was kann man bei Veränderungen in der Maulhöhle tun?

Bei fortgeschrittenen Veränderungen sollte man das Tier beim Tierarzt vorstellen, damit therapeutischeMaßnahmen eingeleitet werden können. In der Regel muss das Tier in Narkose gelegt werden, um den Zahnstein mittels eines Ultraschallgerätes zu entfernen. Sollte man dabei feststellen, dass einige Zähne in einem so schlechten Zustand sind, dass sie nicht mehr in der Maulhöhle verbleiben können, so werden sie gezogen. Oft ist die Anzahl der gezogenen Zähne erschreckend hoch. Durch eine konsequente Zahnreinigung kann dieser Prozess verzögert werden. Häufig stelltman nach so einem Eingriff fest, dass die Tiere viel lebhafter sind, da man ihnen die Zahnschmerzen genommen hat.

Was kann man tun, um der Bildung von Zahnstein vorzubeugen?

Eine effektive Möglichkeit stellt das Zähneputzen dar. Die Gewöhnung an diese Maßnahme sollte spielerisch und nur in kurzen Etappen erfolgen, damit weder Hund noch Herrchen die Lust daran verlieren. Dabei ist es vor allem wichtig, dass nur spezielle Zahnpasten für Hunde und Katzen verwendet werden. Im Handel sind diese Zahnbürsten oder auch Fingerlinge für die Zahnreinigung bei Hunden und Katzen erhältlich.Man sollte dann vor allem die großen Backenzähne reinigen, da in ihrer Nähe die Ausführungsgänge der Speicheldrüsen liegen und es dort zur vermehrten Zahnsteinbildung kommen kann. Wenn es nicht möglich ist, die Zähne zu putzen, dann hilft es schon einen Kleks Zahnpasta auf den beiden Reißzähnen zu platzieren, da der Speichel die Zahnpasta in der Maulhöhle verteilt. Bei der Katze ist die Umsetzung des Zähneputzens natürlich etwas schwieriger, aber bei geduldigen Tieren durchaus möglich. Ansonsten kann man auch versuchen, über ein spezielles Futter die Bildung von Zahnstein hinauszuzögern.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde, 1/2016
Beitrag: Tierärztin Dr. med. vet. Helena Fröhlich

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