Der Besuchshund

Tiere bereichern das Leben eines jeden Liebhabers der vierbeinigen Freunde, in jedem Alter. Gerade ältere Menschen schätzen die Gesellschaft von Hunden sehr. Die „Brühler Strolche“ haben deshalb einen ehrenamtlichen Hundebesuchsdienst in Seniorenwohnheimen eingerichtet, der zum Nutzen der Menschen und Tiere ein therapeutisches Ziel verfolgt. Die Bewohner sollen ihren Alltag vergessen und durch die Tiere mehr Freude erfahren. Ein Konzept, hinter dem viel Arbeit und Engagement steckt.

Sozialverträglich, nervenstark und geduldig

Die Voraussetzungen, die ein Hund mitbringen muss, der sich für eine Stelle als Besuchshund „bewirbt“, sind vielfältig: Jeder Besuchshund muss sozialverträglich, nervenstark und geduldig sein. Für einen erfolgreichen Einsatz wird also schon vorab beobachtet, ob die zukünftig einzusetzenden Hunde beispielsweise futterneidisch oder ungestüm sind. Diese Verhaltensweisen gilt es mit gezieltem Training abzugewöhnen, oder sie sind ein Ausschlusskriterium für jeden Vierbeiner, bei dem dies nicht gelingt. Alle Hunde durchlaufen deshalb vor ihrem Einsatz ein Verhaltenstraining.

Vorbereitung und Einsatztraining

Die Teilnehmer des Hundebesuchsdienstes treffen sich wöchentlich, um ihre Hunde für den Einsatz im Seniorenheim vorzubereiten. Zeit, Geduld und Vertrauen zwischen Mensch und Hund spielen dabei eine große Rolle. Die Trainingsinhalte sind genau auf die zukünftigen Aufgaben der Hunde abgestimmt. So gehört etwa ein Parcours dazu, bei dem die Hunde an einem Klangspiel aus Blechdosen, Flatterband, Mülltonnen, mit Luft gefüllten Plastiktüten, lebensgroßen Attrappen und Eisenrosten vorbei geführt werden. So lernen die Hunde, sich weder vor Alltagsgegenständen noch Geräuschen zu erschrecken. Um die Übungen möglichst realitätsnah zu gestalten, werden zudem Rollstühle und Gehhilfen in die Abläufe mit eingebunden. Gelegentlich besuchen sogar Ball spielende Kinder die Übungsstunden. Dies bietet die Möglichkeit, den Hunden den Jagdtrieb abzugewöhnen. Sind die Übungen erfolgreich beendet, erwartet die Hunde als Belohnung viel Lob oder eine Spieleinheit mit ihrer Vertrauensperson. Wichtig ist, den Tieren den Spaß an der Arbeit zu erhalten.

„Der Hundebesuchsdienst steigert die Lebensfreude älterer Menschen.“

Ausgezeichnetes Ehrenamt

Den Mitgliedern der „Brühler Strolche“ verlangt die Arbeit mit den Hunden viel Einsatzbereitschaft und Engagement ab. Beides geben sie aber gern, denn für sie steckt in jedem Hund ein kleiner Therapeut und „Freund“, der Menschen glücklich machen kann. Dieses Engagement wurde in diesem Jahr auch öffentlich ausgezeichnet: die Stadt Brühl verlieh dem Hundebesuchsdienst den Agenda-Preis 2010, weil er mit seiner Tätigkeit ehrenamtlich „die Lebensfreude insbesondere älterer Menschen steigert und einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft leistet.“ Mit dem Preis will die Stadt Brühl angemessen die ehrenamtliche Arbeit von Bürgerinnen und Bürgern würdigen, die sich für zukunftsfähige Gestaltung von Lebensräumen für uns und nachfolgende Generationen einsetzen.

Die Auszeichnung haben die „Brühler Strolche“ mit großer Freude entgegen genommen und gehen nun mit zusätzlicher Motivation weiterhin an die Arbeit.

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde 4/2011
Beitrag und Fotos: Petra Rattay, Vorstandsvorsitzende des Hundesportvereins Brühler Strolche e. V
www.bruehler-strolche.de