Anti-Giftköder-Training – Keine Chance den Tierhassern

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Die Meldungen über ausgelegte Giftköder nehmen zu und viele Hundehalter gehen mit der Sorge um ihren vierbeinigen Freund spazieren.

In sozialen Netzwerken gibt es mittlerweile Radarwarner, bei denen Meldungen über Köderfunde schnell verbreitet werden. Oft werden sie aber leider erst bekannt, wenn Hunde sie aufgenommen haben. Die Täter werden nur in den seltensten Fällen gefasst.

Doch den Hund nur noch angeleint zu führen, ist auch keine Lösung. Denn zu einem hundegerechten Leben gehört der tägliche Freilauf mit Kontakt zu Artgenossen. Helfen kann ein sogenanntes Anti-Giftköder-Training, durch das der Hund davon abgehalten wird, Fressbares vom Boden aufzunehmen.

Geruch lernen und meiden

Alle Drogen-, Sprengstoff oder auch Schimmelspürhunde sind auf einen speziellen Geruch konditioniert. Das bedeutet, dass derHund zunächst diesen Geruch kennengerlent hat und auch von anderen Gerüchen unterscheiden kann. Darauf aufbauend hat er gelernt, mitdem Geruch zumeist etwas Positives zu verbinden.

So wird der Drogenspürhund mit seinem Spielzeug und wildem Spiel belohnt, wenn er das Hölzchen mit dem Drogengeruch gefunden und angezeigt hat. Beim Sprengstoffspürhund ist diese Art der Belohnung natürlich nicht empfehlenswert, denn durch ein wildes Spiel kann die ein oder andere Bombe schon einmal hochgehen.

Hier trainiert man den Hund darauf, seinen Fund zunächst durch ruhiges Verweilen anzuzeigen. Erst wenn Fiffi von dem Objekt entfernt wurde, belohnt man ihn für seine Arbeit.

Der Vierbeiner soll den Geruch eines Giftköders unterscheiden

Im Gegensatz zu dieser Vorgehensweise, bringt man dem Hund beim Anti-Giftköder-Training bei, den Geruch von Rattengift oder auch Schneckenkorn zwar zu erkennen und von anderen zu unterscheiden, aber damit etwas Negatives zu verbinden. Das kann ein lautes Geräusch, ein Zischlaut oder auch ein lautes Rasseln sein. Hier kommt es auf den individuellen Hund an.

Dem Einen ist ein lautes Geräusch wurscht, den Anderen schlägt es geradezu in die Flucht. Achtung! Fingerspitzengefühl geht vor Ramboeinsatz. Der Hund soll es negativ finden, aber nicht in Panik versetzt werden. Daher sollte man seinen Hund gut einschätzen können.

Meidet der Hund bei dem Geräusch den Köder oder läuft zum Halter, muss er sofort überschwänglich gelobt werden, denn er hat dann genau das Verhalten gezeigt, das erwünscht ist. Jetzt heißt es trainieren.

Natürlich müssen die Subtanzen in einer Schachtel oder einer Box so verschlossen sein, dass sie den Geruch durchlassen, aber der Hund sie auf gar keinen Fall öffnen kann. Am besten trainiert man zunächst in einer möglichst reizarmen Umgebung. Dadurch stellen sich schnell Lernerfolge für den Hund ein. Außerdem vermeidet man so ungewollte Negativverknüpfungen (zum Beispiel mit Radfahrern, Artgenossen oder auch mit Kindern).

Erst wenn der Hund den Geruch von verschiedenen Giften erkennt und diese auch eindeutig mit einer negativen Erfahrung verknüpft, kann der nächste Trainingsschritt des Anti-Giftköder-Trainings erfolgen.

Geruch mit Fressbarem verknüpfen

Jetzt werden auf der Box mit dem Gift nacheinander fressbare Köder wie Fleischwurst, Frikadellen oder auch Brötchen mit Leberwurst ausgelegt. Sie werden am häufigsten von Tierhassern verwendet und haben auf dem Hundespeiseplan eigentlich nichts zu suchen.

Nach und nach verknüpft der Hund nun jeden Fund von etwas Fressbaren mit etwas Negativem und wird es meiden. Das erfolgt aber nicht über Nacht und selbstständig, sondern muss man üben. Dazu sind unter anderem flexible Köderparcous notwendig, denn Hunde sind Meister darin, Abfolgen zu lernen. Sie sollen aber generalisieren also an jedem Ort, in jeder Umgebung, unter jeden Umständen dieses Meideverhalten zeigen.

Absolut wichtig ist es zudem , dass die Tranings-Köder beim Zubereiten, sowie auch beim Auslegen mit Einweghandschuhen angefasst werden. Dieses Vorgehen verhindert, dass die Köder nach Frauchen oder auch nach Herrchen riechen.

Alternative Funde anzeigen

Wer einen eher schreckhaften oder ängstlichen Hund hat, sollte eher auf laute Geräusche verzichten. Hier empfiehlt es sich zu trainieren, dass der Hund den Fund anzeigt, entweder indem er eine gewisse Position einnimmt oder in Kombination damit, dass er erst zum Halter zurückläuft und dort verweilt, um den Fund anzuzeigen. Beides hat Vor- und Nachteile, wenn man es nicht sauber und vor allem konsequent trainiert.

Bei der ersten Variante bleibt der Hund in der Gefahrenzone, also am Giftköder und kann, bis der Halter eintrifft, verleitet werden, den Köder doch zu fressen. Verläßlichkeit ist also ein absolutes Muss. Bei Variante zwei ist der Hund sicher, aber der Köder wird unter Umständen nicht gefunden und die Gefahr bleibt für alle fortbestehen.

Damit keine Fehlversuche entstehen, muss man in jedem Fall mit doppelter Sicherung gegen den ausgelegten Köder arbeiten. So kann man die Geruchsrolle inklusive Futterbröckchen unter einem gesicherten Gitter, Sieb oder Netz auslegen, so dass der Hund nicht eigenständig an das Futter kommt und sich so seine Belohnung für unerwünschtes Verhalten holen kann.

Alternatives Abbruchsignal trainieren und Fund meiden

Eine weitere Möglichkeit ist mit dem Hund ein Abbruchsignal zu trainieren. Hierzu nimmt man am besten ein Wort, das nur dafür eingesetzt wird und keine Ähnlichkeit mit den sonstigen Kommandos des Hundes hat. Das kann ein „Pfui!“, „ÄÄÄÄÄ!“ oder auch ein „leave-it!“ sein. Alles ist erlaubt, es muss nur kurz und auch mit „Schmackes“ in brenzlichen Situationen ausgesprochen werden können.

Ähnlich wie bei der Version mit dem lauten Geräusch lernt man dem Hund erst an, dass er bei Näherung zu einem Köder zunächst ein Signal ablässt oder alternativ zum Halter läuft, indem er einen Bogen um den Köder macht. Zeigt er dieses Verhalten, sollte man ihn mit Futter, Spiel oder einer für ihn hochmotivierenden Belohnung bestätigen.

Das ist wichtig, damit er weiß, was er tun kann, um positive Bestätigung zu erfahren. Das Anti-Giftköder-Training wirkt nicht nur bei Ködern, die mit dem Geruch von Giften präpariert sind. Übt man intensiv mit dem Hund, wird er langfristig ohne Freigabe nichts mehr vom Boden aufnehmen und so auch geruchlose, mit Rasierklingen oder Nägeln versetzte Köder verschmähen.

Hier gilt: Ohne Fleiß, kein Preis! Mit einem Workshop ist es besonders bei Labrador & Co, ehemaligen Straßenhunden oder Hunden, die einmal gehungert haben, nicht getan. Da hilft nur intensives Training.

Beitrag: Burga Torges, www.hundeart.com

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