10 Verhaltenstipps zum Wohl des Vierbeiners

Weihnachten ist das Fest der Feste. Die Jagd nach Geschenken für die Lieben beginnt und das Haus wird geputzt, um eben selbige und Freunde zu Besuch zu empfangen. Viele Gute Düfte, ein anderer Tagesablauf und eine Menge fremde Menschen – das Alles ist nicht automatisch für jeden Vierbeiner eine Freude. Mit ein paar Besuchsregeln und einigen wenigen Vorkehrungen wird Weihnachten aber auch für den Hund zu einem Ereignis ohne Stress.

1. Ruhezonen schaffen
Der Mensch bricht alljährlich zu Weihnachten den Alltag auf und feiert das Fest der Feste. Der Hund hat aber keine Weihnachtsferien, keinen Kalender, der ihn auf die Feststage vorbereitet. Für ihn sind die veränderten Abläufe ungewohnt und durchbrechen seinen gelernten Alltag. Gelernte Muster bedeuten für den Hund Sicherheit. Deshalb kann ein veränderter Tagesablauf den ein oder anderen Vierbeiner durchaus nervös machen. Besonders auch älteren Hunden kann der Trubel der Weihnachtszeit schnell zu viel werden. Deswegen ist es wichtig, dem Hund eine Rückzugsmöglichkeit – eine Tabuzone für Besuch – zu schaffen. Hier ist er sicher vor neugierigen Kindernasen oder fremden Erwachsenen. Hier kann er alleine sein oder auch mit einem seiner Menschen in Ruhe ein entspannendes Streichelstündchen verbringen. Beruhigungsmittel sind nur für den Notfall und ausschließlich in Absprache mit dem Tierarzt das Mittel der Wahl. Ausgedehnte Spaziergänge und Ruhe dienen dem Hund und beugen des Menschen Hüftspeck vor … na, kanns was Besseres geben?

2. Weihnachtsmärkte mag nicht jeder
Weihnachtsmärkte sind schön, für viele Menschen ist ein Treffen mit Freunden auf dem Weihnachtsmarkt Entspannung pur. Nicht so für die Fellnase – zu viele Menschen, zu viele Geräusche, Weihnachtstrubel und laute Stimmen verursachen ihm Stress. Obendrein ist die Gefahr bei der Enge – die auf einem Weihnachtsmarkt meist herrscht – groß, dass ihm jemand auf die Pfoten tritt. Tipp: erst ein langer, entspannter Gassigang und dann ohne Hund zum Glühwein.

3. Da brennt doch was?
Wer einen Kamin besitzt oder sich auch über das Jahr verteilt regelmäßig eine Kerze abends anzündet, der hat seinen vierbeinigen Freund sicher bereits schonend an Feuer gewöhnt. Tauchen die Flammen aber zum ersten Mal oder von einem Tag auf den anderen verstärkt auf, ist Vorsicht geboten. Denn unter Umständen ist die flackernde, heiße Flamme dem Hund unheimlich. Denn Feuer bedeutet Gefahr und kann einen Fluchtinstinkt beim Hund auslösen. Gerade ehemalige Straßenhunde können empfindlich reagieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte seinen Hund schrittweise an Kerzenlicht gewöhnen und im Zweifelsfall auf ein „Lichtermeer“ zu Weihnachten verzichten. Achtung: Lassen Sie Flammen sowieso niemals und besonders nicht gemeinsam mit dem Vierbeiner unbeaufsichtigt. Jedes Jahr gehen aufgrund dieser Unachtsamkeit zahlreiche Wohnzimmer in Flammen auf.

4. Achtung Weihnachtsbaum
Traditionell steht in deutschen Wohnzimmern zu Weihnachten ein festlich geschmückter Baum. Der duftet ganz besonders gut nach Wald. Doch viele Bäume werden hierzulande mit Schädlingsbekämpfungsmitteln bespritzt, die für die menschliche Nase nicht wahrnehmbar sind. Für die Vierbeiner aber schon. Sein höchst empfndsames Riechorgan bemerkt sofort, woher der ungewohnte Duft kommt und will ihm natürlich auf den Grund gehen. Außerdem haben den Baum ja auch Zeit seines Lebens Eichhörnchen, Käfer, Mäuse, Fuchs etc. besucht. Noch ein Grund mehr, ihn ordentlich durchzuschnüffeln und womöglich auch seine eigene Duftmarke zu hinterlassen. Deshalb ist es ratsam, das Haustier schon beim Betreten der Wohnung mit dem Weihnachtsbaum vertraut zu machen, und nicht erst zum Aufstellen und Schmücken. Wichtig: Unbedingt für Standfestigkeit sorgen und niemals Hund und Baum alleine lassen und besonders nachts den Baum unzugänglich machen.

5. Wenn auch Neugier Lebensgefahr wird
Leicht schwingendes Lametta, ballförmige, glitzernde Weihnachtskugeln und herrlich knisternde, mit Geschenkband verknotete Pakete: Das alles sind Reize, die spielwütige und insbesondere Welpen zum Jagen und Spielen verleiten sowie dazu, das Objekt der Begierde anzuknabbern oder gar zu verschlucken. Die Folgen sind Schnittwunden und Erbrechen. Im schlimmsten Fall verletzt ein verschlucktes Teil die Speiseröhre oder verschließt den Darm. Auch plötzlich hübsch drapierte Zimmerpfanzen werden gerne von Vierbeinern zerlegt. Deshalb besser vorher kontrollieren, welche „grüne Kreatur“ giftig ist.

6. Klare Besuchsregeln ersparen dem Tier Stress
Für Menschen spielt die Geselligkeit zu Weihnachten eine Hauptrolle. Familien besuchen einander, Freunde und Bekannte stellen sich ein. Was für den Menschen ungewohnt und anstrengend ist, artet für den Vierbeiner mitunter zu extremem Stress aus. Eine Vielzahl von Menschen, gesteigerte Betriebsamkeit und Unruhe im Haus, Kinder, wo vorher nie welche waren, womöglich noch ein Besucher-Artgenosse, der plötzlich im Revier geduldet werden soll. Oder auch umgekehrt, der Hund muss gezwungenermaßen in ein fremdes Revier eindringen und sich mit dem dort ansässigen Kollegen irgendwie einigen. Um dem Hund nicht im Übermaß Stress zuzumuten, sollte man sich im Vorfeld Gedanken über das Ausmaß an Aktivitäten zu den Festtagen machen. Am besten erklärt sich einer aus dem Rudel als „zuständig“ für die Bedürfnisse des Tieres und macht sich zur Aufgabe, den Alltag des Hundes so gut wie möglich aufrecht zu erhalten. So können Gassi- und Fresszeiten eingehalten, Spiel und Auslastung nach Bedarf erweitert und der Vierbeiner gegebenenfalls mit einer Extrarunde aus dem Trubel herausgelöst werden.

7. Das Festfressen für den Vierbeiner
Weihnachten ist ein Fest der Sinne. Die menschlichen Geschmacksnerven werden rundum verwöhnt. So möchte Mensch auch seinem vierbeinigen Lebensgefährten besonders gutes Fressen in den Napf bringen. Die mit ausgeklügelten Marketingstrategien angepriesenen Leckerein, die die Industrie speziell zu Festtagen entwickelt, ziehen Herrchen und Frauchen allerdings lediglich das Geld aus der Tasche. Die so genannten „Premium-Menüs“ sind bis zu fünf Mal teurer als regulär und unterscheiden sich laut aktuellen Verbrauchertests überhaupt nicht in puncto Qualität oder Nährstoffgehalt. Natürlich ziehen Bratenduft & Co die Nasen der Hunde magisch an, wer aber seinem Hund wirklich etwas Gutes tun will, der setzt ihm artgerechte Leckereien vor wie einen tollen Nageknochen oder gekochte Hühnerbrust. Weder gewürzte Essensreste, gefährliche Hühnerknochen noch Fettes oder Süßes gehören in den Hundenapf. Zudem kann der plötzliche Nahrungsumschwung auch Unverträglichkeiten beim Hundemagen auslösen.

8. Schokolade ist giftig für den Hund
Was für den Menschen Seelentröster und körperlicher Wohlgenuss ist, ist für den Hund gefährliches Gift. Hunde (und Katzen!) können von dem Verzehr von Theobromin, dem Stoff, der in Kakaokernen und deren Schale enthalten ist, sterben. Dabei gilt: Je höher der Anteil des Kakaos in der Schokolade ist, desto höher ist auch deren Theobromingehalt. Dabei liegt die tödliche Dosis ungefähr bei 100 bis 200 Milligramm Theobromin pro Kilogramm Körpergewicht von Hund und Katze.

9. Schöner als jedes gekaufte Geschenk: Zeit!
Für viele Menschen geht Weihnachten nicht ohne Geschenke. So liegt es nur nahe, dass viele Herrchen und Frauchen auch nach einem Geschenk für ihr geliebtes Haustier auf der Suche sind. Dagegen spricht auf den ersten Blick nichts. Allerdings sollte man gerade zu den Festtagen sich nicht von der weihnachtlichen Aufmachung blenden lassen. Qualität steht hier im Vordergrund, deshalb sollten Geschenke mit Bedacht gewählt werden. Im Zweifelsfall ist sowieso Qualitätszeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung mit seinem Menschen das schönste Geschenk für die Fellnase.

10. Angst vor Silvesterknallern vorbeugen
Kurz nach den Weihnachtstagen kommt es für Tiernasen und Tierohren noch dicker: Die Silvesternacht fordert den geruchsempfindlichen Riechorganen und den geräuschempfindlichen Gehörgängen von Haustieren viel ab: Rein instinktiv haben sie Angst vor Feuerwerk und Krach. Viele reagieren auf Silvesterknaller panisch. Deswegen sollten die Fenster möglichst geschlossen bleiben und ggf. sogar verdunkelt werden. Lautere Hintergrundmusik verwischt die Geräuschkulisse von draußen und kann den Hund beruhigen. Wichtig ist, nicht auf den Hund „beruhigend“ einzureden und so seine Angst auch noch zu bestätigen. Pfanzliche oder chemische Beruhigungsmittel nur wenn unbedingt notwendig und in Absprache mit dem Tierarzt verabreichen.

Am Jahreswechsel sollte man möglichst früh mit dem Hund angeleint Gassi gehen. Sollte die Knallerei schon früh anfangen: mit dem Vierbeiner wenn möglich in ruhigere Regionen ausweichen. Und später können Sie dann ganz entspannt aufs neue Jahr anstoßen. „Prost!“

Nippers – Stadtmagazin für Hundefreunde 4/2011
Informationen zum Text lieferte uns Doreen Brumme, freie Journalistin, Politologin M. A. Frau Brumme hat als Freie Autorin ihre Liste „Die 10 wichtigsten Tipps für Weihnachten mit Hund, Katze, Maus & Co.“ für das Portal zehn.de erstellt.

1 Kommentar

  1. zu Punkt 7:
    Euren Kommentaren können wir uns nur anschliessen. Jedoch ist es doch so, dass der Hundehalter seinem Begleiter zu Weihnachten auch etwas Besonderes geben möchte. Schließlich isst man das, was es zum Fest gibt, auch nicht sooo oft im Jahr.
    Also möchte man ein wenig sein Gewissen beruhigen und dem Hund auch etwas geben, dass es nicht alle Tage gibt. Hier muss man in der Tat aufpassen, dass die Hunde – Festtage nicht zu Fett-Tagen werden 😉 Wie wäre es denn mal mit selbst gebackenen Hundekeksen zu Weihnachten??? Da weis man was drin ist und was nicht…und die gibt es auch in „gesund“…

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